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 Interessanterweise
hat sich bei dieser Pflanzengattung die lateinische Bezeichnung Clematis
auch in der deutschen Umgangssprache durchgesetzt, während andere Begriffe
wie Waldrebe nicht so oft verwendet werden. Die Clematis ist eine der
bekanntesten Kletterpflanzen mit enormer Vielfalt was Wuchshöhe, Aussehen
und Blüte betrifft, was bei über 200 Arten und weit über 1000 Sorten nicht
weiter verwunderlich ist. Es gibt Stauden Arten (zum Beispiel Clematis
integrifolia) die unter einem Meter bleiben und Riesen (zum Beispiel
Clematis montana) die über 10 Meter werden können. Die meisten Arten sind
laubabwerfend und völlig winterhart, es gibt aber auch immergrüne Clematis
(hier ist die Winterhärte deutlich eingeschränkt). Auch was Blütezeit,
Blütenform und -Farbe (einige duften sehr gut) betrifft ist die Auswahl
mittlerweile schier unüberschaubar und ständig kommen neue Züchtungen hinzu.
Wer geschickt verschiedene Arten mit unterschiedlicher Blütezeit in seinem
Garten platziert, kann sich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein an der
Clematisblüte erfreuen. Bei all der verwirrenden Vielfalt teilt man die
Clematis grob in 3 Gruppen ein und zwar ganz praxisnah nach der Art des
Rückschnitts.
Schnittgruppe 1:
Diese Gruppe blüht im Frühjahr
an den Trieben des Vorjahres und brauch eigentlich fast gar nicht
geschnitten werden. Es werden lediglich gleich nach der Blüte verletzte und
abgestorbene Triebe entfernt. Wer den Neuaustrieb und damit die Blüte im
nächsten Jahr fördern möchte kann die Triebe leicht einkürzen und so auch
die Wuchshöhe begrenzen. Wer keine Lust auf Schnitt und genügend Platz hat
ist bei dieser Gruppe gut aufgehoben. Hierzu zählen unter anderem Clematis
montana und Clemats alpina.
Schnittgruppe 2:
Diese Gruppe blüht im Frühsommer
an den vorjährigen Trieben und setzt die Blüte nach einer Pause im
Spätsommer und Herbst fort. Geschnitten wird ab dem 2 Jahr nach der
Pflanzung im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr (Februar/März) an einem
frostfreien Tag. Es werden alle abgestorben und beschädigten Triebe
entfernt, der Rest der Triebe ca. um die Hälfte einkürzen. Viele Hybriden
gehören zu dieser Gruppe.
Schnittgruppe 3:
Diese Gruppe blüht relativ Spät
vom Sommer bis in den Herbst an den diesjährigen Trieben. Deswegen wird
diese Gruppe im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr (Februar/März) an einem
frostfreien Tag einfach ca. 30 cm über dem Boden abgeschnitten. Abgestorbene
Triebe werden dabei komplett entfernt. Ein wirklich einfacher Schnitt den
jeder Laie problemlos erledigen kann. Zu dieser Schnittgruppe gehören neben
einigen Hybriden auch Clematis viticella, Clematis texensis, Clematis
tangutica, Clematis orientalis.
Sonderfall Staudenclematis:
Da die Triebe im Winter
absterben und keine verholzende Basis bilden, werden diese im Frühjahr
einfach bodennah abgeschnitten wie eine ganz "normale" Staude. Clematis
tubulosa und Clematis integrifolia zählen zu dieser Gruppe.
Clematis lässt sich vielfältig einsetzen je nach Art und deren Wuchshöhe,
kleine Arten lassen sich gut in Kübel und Tröge pflanzen. Staudenclematis
kann man an kleine Rankhilfen aufbinden oder lässt sie flach am Boden
entlang wachsen als Bodendecker. Mit den höheren Arten kann man
Sichtschutzzäune, Spaliere, Pergolen, Lauben, Mauern und Hauswänden
begrünen. Oder man lässt sie an Rankgittern, Rosenbögen und Obelisken
hochranken, sehr schön läst sich Clematis dabei mit Rosen vergesellschaften
was zu oft zu beeindruckende Blütenmeeren führt. Mit sehr großen Arten wie
zum Beispiel Clematis montana lassen sich auch Bäume und Sträucher
durchranken oder ganze Häuserwände begrünen.
Standort:
Clematis benötigt ein sonnigen bis Halbschattigen Standort. Der Boden sollte
nährstoffreich, humos, locker und kühl sein. Sehr schwere und staunasse
Böden werden nicht vertragen und begünstigen Krankheiten wie die
Clematiswelke. Eine Drainage kann hier Abhilfe schaffen.
Pflege/Tipps:
Den Boden bei der Neupflanzung mit reichlich Kompost verbessern. Bei
schweren Böden Sand, Splitt oder Kies mit einarbeiten. Neue Pflanzen etwas
tiefer (ca 5 cm) pflanzen als sie ursprünglich im Pflanzcontainer
gestanden haben um der Clematiswelke vorzubeugen. Im 1 Jahr der Pflanzung
sollte die Clematis unabhängig von ihrer Schnittgruppe im Spätherbst auf ca.
30 cm über dem Boden zurück geschnitten werden. Dieser "Aufbauschnitt" dient
der später besseren Verzweigung der Pflanze. In den darauf folgenden Jahren
gemäß ihrer Schnittgruppe die Pflanze schneiden. Im Frühjahr mit einem
Volldünger düngen (bei Bedarf nachdüngen) und bei Trockenheit wässern.
Verblühtes entfernen und wen nötig Triebe an der Rankhilfe anbinden. Von
Schädlingen und Pilzen befallene Triebe sauber Rauschneiden, sollte
Clematiswelke auftreten die Pflanze Bodennah abschneiden, mit etwas Glück
treibt sie wieder neu durch. Die abgeschnittenen Triebe auf keinen Fall in
den Kompost geben !!! Wer ständig Probleme mit Krankheiten hat sollte zu
einen günstigeren Pflanzstandort wechseln und zu robusten Arten/Sorten
greifen (im Fachhandel beraten lassen oder direkt beim Züchter kaufen).
Viele Clematis lassen sich gut durch Stecklinge vermehren.
Ein paar schöne Arten/Sorten:
Clematis 'Warszawska Nike', Clematis 'Piilu', Clematis 'Niobe', Clematis
'Westerplatte', Clematis 'Justa', Clematis 'Rebecca', Clematis 'Jackmanii',
Clematis 'Kardynal Wyszynski', Clematis 'Comtesse de Bouchaud', Clematis 'Armandii',
Clematis viticella 'Etoile Violette' Clematis viticella 'Jenny Caddick'
Clematis 'Polish Spirit', Clematis viticella 'Prince Charles', Clematis
alpina 'Blue Princess', Clematis alpina 'Willy', Clematis alpina 'Frances
Rivis', Clematis tangutica., Clematis texensis 'Princess Diana', Clematis
texensis 'Gravetye Beauty', Clematis texensis 'Kaiu', Clematis montana
'Rubens', Clematis montana 'Freda', Clematis montana Grandiflora, Clematis
integrifolia 'Arabella', Clematis integrifolia 'Blauer Achat
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