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Gartenteiche gelten noch immer
zu Unrecht als Pflegeaufwändig (siehe auch
Teichpflege),
dabei sind sie richtig angelegt weniger pflegeintensiv als eine
entsprechende Zierasenfläche oder ein Staudenbeet. Aber einmal im Jahr
sollte man den Gartenteich säubern und zwar am besten im Frühjahr. Dieser
"Frühjahrsputz fällt aber auch bei anderen Pflanzflächen im Garten an und
ist also kein Nachteil was den Pflegeaufwand betrifft. Dieser richtet sich
nach der Teichgröße, art und der Bepflanzung. Zunächst
sollte
am Teichrand Schilf, Rohkolben, Binse usw. zurück geschnitten und auch
vertrocknete Staudenreste entfernt werden. Bester Zeitpunkt dafür ist
das zeitige Frühjahr (März/April) noch bevor die Pflanzen neu austreiben und
durch die Pflegemaßnahmen beschädigt werden können. Das Schnittgut kann man
klein schneiden bzw. häckseln und als Mulch für Staudenbeete usw. verwenden
oder auf den Kompost geben. Anschließend die Wasserfläche mit einem Kescher
von Pflanzenresten, Laub usw. reinigen, dabei kann man gleich eventuell
vorhandene Fadenalgen entfernen. Bei naturnahen Teichen wäre damit die
jährliche "Grundreinigung" schon abgeschlossen. Bei Zierteichen und bei
starker Verlandung sollte man noch zusätzlich den Teichschlamm entfernen
bzw. reduzieren. Dazu kann man einen so genannten Teichschlammsauger
verwenden, er besteht aus einer Saugglocke, Schlauch, einer Pumpe zum
ansaugen und einem Filter der den Teichschlamm zurück hält. Das gereinigte
Wasser fließt
dann
zurück in den Teich. Die Geräte sind nicht ganz billig und nicht alle sind
auch wirklich praktikabel. In vielen Gartencenter oder Baumärkten kann man
die Geräte auch ausleihen, so kann man prüfen ob das Gerät wirklich etwas
taugt. Ein Kauf lohnt sich ohnehin nur bei Zierteichen mit starken
Fischbesatz, Koiteichen und Teichen bei denen jedes Frühjahr Teichschlamm
abgesaugt werden muss. Bei naturnah gestalteten Teichen gehört ein gewisser
Anteil von Teichschlamm zum Biotop dazu und nur wen die Schicht zu stark
werden sollte wird sie reduziert. Dieser Vorgang erfolgt dann nur alle paar
Jahre und oft reicht dann eine einfache Schaufel und ein Eimer (es wird ja
nicht alles entfernt). Wie oft der Teichschlamm reduziert wird hängt vom
Verlandungsgrad ab dem alle stehenden Gewässer unterliegen. Je mehr
organisches Material auf den Teichgrund sinkt desto mehr Teichschlamm bildet
sich. Wer regelmäßig abgestorbene Pflanzenteile bzw. Herbstlaub entfernt und
wuchernde Wasserpflanzen im Zaun hält, hat schon wesentlich zur
Schlammreduzierung beigetragen. Im Herbst ein Laubschutznetz über den Teich
zu spannen reduziert den Pflegeaufwand dabei enorm. Ein weitere Faktor sind
Zierfische, ihre Ausscheidungen und das eventuell verwendete Fischfutter.
Beides fördert die Bildung von Teichschlamm und verschlechtert die
Wasserqualität beträchtlich. Oft sind solche Zierfischbecken auch
überbesetzt, eine Reduzierung des Fischbestandes kann als Sofortmaßnahme
einige bewirken. Eine Anschaffung eines Teichschlammsaugers lohnt sich in
bei solchen Teichen durchaus. Neben der mechanischen Methode um Teichschlamm
zu entfernen, gibt es auch so genannte Teichschlammentferner die mit Hilfe
von Sauerstoff und Bakterien den Teichschlamm abbauen. Das Verfahren ist ein
biologisches und gefahrlos für Pflanzen und Teichbewohner, funktioniert aber
nur bei sehr dünnen Schlammschichten. Den Gartenteich komplett damit säubern
kann man leider nicht, es ist eher als schnelle, ergänzende Sofortmaßnahme
zu verstehen. Entfernte Algen und Teichschlamm sollte man übrigens nicht
einfach wegwerfen, sondern zusammen trockenen Schnittgut (fällt im Frühjahr
ja genug an) mischen und kompostieren. Besonders Schlamm von Zierfischbecken
ist sehr nährstoffreich und ein guter Dünger.
Hier ein paar Tipps für die Teich Pflege und Reinigung im Frühjahr:
Naturnahe
Teiche sind leichter zu pflegen als Zierfischbecken. Auf Fische muss man in
naturnahen Teichen nicht verzichten, wie wäre es statt Goldfischen mit
heimischen Fischarten wie Stichlinge oder Moderlieschen. Wer dennoch
auf Goldfische nicht verzichten will sollte darauf achten das der Bestand
nicht so groß wird. In ausreichend großen Teichen finden die Fische genug
Futter, wer dennoch füttern möchte sollte das nur 1 mal täglich maßvoll tun,
um nicht die Bildung von Teichschlamm unnötig zu fördern und die
Wasserqualität zu verschlechtern. Wer gleich komplett auf Zierfische
verzichtet, reduziert langfristig den Pflege- und Reinigungsaufwand enorm.
Wen möglich keine stark wuchernden Pflanzen verwenden (der Pflegeaufwand
steigt) und am besten die Teichpflanzen in Pflanzkörbe setzen. So komisch
das klingen mag aber großzügig angelegte Gartenteiche sind langfristig
leichter zu pflegen und zu reinigen als kleine. Kleine Gartenteiche haben
oft Probleme mit der Wasserqualität, ein biologisches Gleichgewicht will
sich nicht recht einstellen und oft kommt es zu einer Algenblüte. Ständig
muss man dann das Wasser austauschen und den Teich erneut säubern. Die
scheinbare Zeitersparnis bei der Teichreinigung von kleineren Teichen im
Frühjahr schlägt ins Gegenteil um. Ein ausreichend großer, richtig
angelegter, möglichst naturnaher Gartenteich wird nur einmal im Frühjahr
gereinigt, die restlichen Pflegemaßnahmen beschränken sich dann auf das
Abkeschern von Laub bzw. Pflanzenteilen und eventuell das Auslichten von
Teichpflanzen. Solche großzügigen Teiche kommen auch ohne aufwendige
Filtertechnik aus.
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