Weihnachtsbaum

Sie befinden sich :  Home >> Garten Tipps >> VWX >> Weihnachtsbaum

Geschichte:

Weihnachtsbaum Kaufen TippsAlle Jahre wieder kurz vor dem Weihnachtsfest begeben sich Millionen Menschen auf die suche nach ihren perfekten Weihnachtsbaum (auch Christbaum oder Tannenbaum genannt). Dabei ist das Massenphänomen gar nicht so alt. Gewiss gab es schon zur Römerzeit den Brauch zur Wintersonnenwende Zweige von immergrünen Pflanzen in das Haus zu holen und erste Belege für das aufstellen von ganzen Bäumen in Zusammenhang mit dem christlichen Weihnachtsfest gibt es aus dem späten Mittelalter (14/15 Jahrhundert), aber seinen großen "Durchbruch" gelang dem Weihnachtsbaum aber erst Anfang des 19 Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. Zunächst in Kreisen des Adels und des Bürgertums, später auch bei den anderen Volksschichten. Der Grund dafür dürfte neben der verbesserten Versorgungslage auch die äußerliche Wandlung des Weihnachtsbaumes sein. War er noch im Mittelalter bescheiden mit Nüssen und Äpfeln geschmückt so kamen im Laufe der Zeit süßes Naschwerk, Holzschmuck, Spielzeug und schließlich im 19 Jahrhundert Glaskugeln, Lametta und Kerzen hinzu. Vom deutschsprachigen Raum aus verbreitete sich der Brauch zunächst über Europa und schließlich durch Auswanderer bis in die neue Welt aus. Parallel zu dieser Verbreitung gab die Kirche (zunächst die evangelische später auch die katholische) ihren anfänglichen Widerstand gegen diesen ursprünglich "heidnischen" Brauch auf und übernahm ihn, die Bezeichnung Christbaum deutet das an. Dadurch wurde die weltweite Verbreitung des Weihnachtsbaumes weiter gefördert. Durch die starke Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes und seine vorschreitende Verbreitung als Familienfest auch in nichtchristlichen Kreisen verhilft dem Weihnachtsbaum zu weiteren Verbreitungserfolgen und ein Ende ist nicht in Sicht. Es ist davon auszugehen das die Globalisierung und weltweite Datenvernetzung in Zukunft diesen Brauch weiter verbreiten wird.

Künstlicher Weihnachtsbaum:

Kaum war dem Weihnachtsbaum sein weltweiter Durchbruch gelungen, da traten schon die ersten künstlich Ersatzbäume auf den Plan. Zunächst Nachbildungen aus Holz später aus Metall und Kunststoff. Bis vor wenigen Jahren sahen diese Nachbildungen aber alles andere als naturnah aus und ich persönlich fand diese Dinger immer Potthässlich (auch unsere Familie besaß einige Jahre so ein mit grünen Plastikfasern umwickeltes "Drahtmonster"). Aber mittlerweile gibt es naturnahe Nachbildungen von Weihnachtsbäumen aus Spritzguss die täuschend echt aussehen und sogar mich Skeptiker überzeugen konnten. Diese Pracht hat natürlich ihren Preis, aber wen man bedenkt was ein echter Baum kostet den man auch jedes Jahr neu kaufen muss, dann hat sich der Erwerb eines künstlichen Christbaumes nach wenigen Jahren gerechnet. Darüber hinaus spart man sich den jährlichen Aussuch- und Einkaufsstress, hat immer seinen perfekten Baum und keine Nadeln auf dem Boden. Für Allergiker ist es mitunter auch die einzige Möglichkeit einen Christbaum aufzustellen. Egal aus welchen Grund man sich für einen künstlichen Christbaum entscheidet, ich würde immer zu einem hochwertigen Model aus Spritzguss raten. Teuer muss dabei nicht immer gleich gut und vor allem schön sein, deshalb den Baum immer vor dem Kauf fertig montiert im Geschäft anschauen. So kann man Fehlkäufe vermeiden, denn Bilder im Internet, Katalog oder auf der Verpackung sind nicht immer aussagekräftig.

"Echter" Weihnachtsbaum:

Für viele Menschen ist ein echter Weihnachtsbaum durch nichts zu ersetzen, egal wie naturnah die künstlichen Nachbildungen auch seinen mögen. Tradition, Brauchtum und die Tatsache sich ein Stück Natur in die Wohnstube zu holen mögen einige von vielen Gründen seien. Aus Ökologischer sicht muss man dabei kein allzu schlechtes Gewissen haben. Die meisten Bäume kommen aus Deutschland, der Rest ist Importware aus Österreich oder Dänemark. Lange Transportwege fallen damit weg und die Bäume sind problemlos recycelbar. Zu den beliebtesten Weichnachtsbaumarten zählen:

Nordmanntanne (Abies nordmanniana):  - der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland und das nicht ohne Grund, weiche sattgrüne dichte Nadeln, gleichmäßiger Wuchs, lange Haltbarkeit und die Fähigkeit auch in warmen Räumen nicht zum Nadelabwurf zu neigen machen ihn zum perfekten Baum. Einziger Nachteil ist sein relativ hoher Preis und kaum vorhandener Duft.

Edeltanne (Abies procera): - wird oft auch unter der Bezeichnung Nobilistanne (Abies nobilis) geführt, weiche blaugrüne Nadeln, gleichmäßiger Wuchs, extrem lange Haltbarkeit und angenehmer intensiver Duft, leider etwas teuer aber vieleicht der beste Weihnachtsbaum überhaupt

Blautanne (Abies procera "Glauca"): - es handelt sich hierbei um eine Zuchtform der Edeltanne mit blauen Nadeln, hat ansonsten die gleichen Eigenschaften wie die Edeltanne, wird häufig mit der Blaufichte verwechselt lässt sich aber eigentlich leicht unterscheiden, die Blaufichte hat sehr harte stachlige Nadeln

Coloradotanne (Abies concolor): - aufgrund seiner edlen graugrünen Nadeln auch Grautanne bezeichnet, sehr schöner zitronenartiger Duft, dieser Baum wird relativ selten angeboten und wer auf der Suche nach etwas Ausgefallenären ist, sollte sich dieses edle Gewächs einmal genauer anschauen

Rotfichte (Picea rubens): - ist einer der preiswertesten Weihnachtbäume, leider sind seine nadeln sehr stachelig und er ist auch nicht sehr lange haltbar, in warmen Zimmern verliert dieser Baum schnell seine Nadeln. Ich würde diesen Baum nicht empfehlen, wer dennoch zu diesen Baum greift sollte ihn frisch geschlagen so spät wie möglich kaufen.

Blaufichte (Picea pungens "glauca"): - es handelt sich hierbei um die blaue Variante der Stechfichte Picea pungens, wie der Name schon andeutet sehr spitze blaue Nadeln, allerdings sehr kräftige Äste die gut schweren Weihnachtsbaumschmuck tragen können, mittlere Haltbarkeit, gleichmäßiger Wuchs und sehr schöner Duft

Kiefer (Pinus sylvestris):- gehört eigentlich gar nicht in diese Liste da diese Baumart in Deutschland als Weihnachtsbaum recht unbeliebt ist (seine Form entspricht nicht der des "klassischen Tannenbaums" anders als Tannen und Fichten, es könnte auch an den langen Nadeln liegen), dennoch ist er ein guter Christbaum wegen seiner guten Haltbarkeit und seines starken Waldgeruchs

Tipps zum "echten" Weihnachtsbaum:

Für welche Weihnachtsbaumart man sich entscheidet hängt vom persönlichen Geschmack und Geldbeutel ab, aber die Qualität sollte in jedem Fall stimmen. Dazu den Baum kurz schütteln oder mit der Hand über die Äste streichen, fallen Nadeln ab dann Finger weg (egal wie günstig der Baum ist). Wer auf Nummer sicher gehen will kann seinen Weihnachtsbaum auch selber schlagen, viele Forstbetriebe und Christbaumplantagen bieten so einen Service an. Ein Nachteil ist dann der eventuell lange Anfahrtsweg. Egal ob man nun selber den Baum schlägt oder fertig kauft, man sollte dies so spät wie möglich tun, denn sobald der Baum gefällt ist verliert er Feuchtigkeit und die Zerfallsprozesse beginnen. Kleinere Exemplare kann man gut schonend im Kofferraum transportieren, größere Bäume auf dem Autodach oder mit dem Anhänger. In diesem Fall sollte man den Baum aber unbedingt mit einer Folie, Decke oder einem Fließ vor dem Fahrtwind schützen. Dieser trocknet den Baum regelrecht aus (sollte man nicht unterschätzen). Lagern sollte man den Baum in einem kühlen Raum oder im Freien, auf gar keinem Fall in einem warmen Raum. Dazu den Baum aufrecht in einen Wassereimer stellen (entfällt natürlich bei Lagerung im Freien und gleichzeitigen Minusgraden) um Feuchtigkeitsverluste zu kompensieren. Man sollte nur Christbaumständer mit Wasserdepot verwenden und dieses regelmäßig nachfüllen, zusätzlich kann man ein Frischhaltemittel für Schnittblumen hinzugeben. Ich persönlich würde nur moderne Christbaumständer mit Wassertank und Seilzugtechnik verwenden. Damit kann man ohne fremde Hilfe und lästige Anspitz- bzw. Bastelarbeiten allein auch einen krumm gewachsenen Baum aufstellen. Das man den Baum nicht direkt an die Heizung (Austrocknung) oder gar an offenes Feuer wie zum Beispiel einen Kamin (Brandgefahr) stellt sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Weihnachtsbaum mit Wurzelballen:

Christbaum im Topf Tannenbaum mit WurzelNeben geschlagenen Weihnachtsbäumen werden auch welche mit Wurzelballen im Kübel/Topf angeboten. Die Idee ist den Baum nach den Festtagen nicht einfach wegzuschmeißen sondern auszupflanzen und so noch viele Jahre etwas von dem Baum zu haben. Klingt zunächst gut aber naturgemäß sind diese Pflanzen größenmäßig beschränkt. Eine 1,80 cm hohe geschlagene Tanne kann man zur Not noch alleine transportieren, bei den gleichen Exemplar mit überlebensfähigen Wurzelballen bräuchte man schon mehrere Leute und eventuelle Hilfsmittel (Hubwagen , Sackkarre, usw.). Deshalb werden meist Exemplare um 1 Meter Höhe angeboten. Nächster Knackpunkt ist der Temperaturschock, der Baum kommt aus der Kälte in die warme Wohnstube und nach den Feiertagen wieder in die Kälte. Seine Überlebenschancen sinken dabei stark deshalb muss man den Baum schrittweise akklimatisieren was sehr umständlich ist. Ich betrachte diese Bäume im Topf eher als zusätzliche Weihnachtsgestaltung für Balkon, Terrasse, kühlen Wintergarten oder Hausflur. Dort bereiten sie im allgemeinen auch keine Probleme. Die Anschaffung lohnt sich ohnehin nur dann, wen man auch wirklich Platz zum auspflanzen hat. Im Topf bleiben können die Bäume nicht, da es sich hierbei meist um einfach mit Wurzelballen ausgestochene Exemplare handelt und nicht um regelmäßig verschulte oder im Topf gezogene Pflanzen. (diese könnten bei entsprechender Pflege durchaus einige Jahre im Topf gehalten werden) Das Ergebnis diverser unüberlegter Käufe sehe ich in meiner Nachbarschaft, Meterhohe Blaufichten und Tannen in wenige Quadratmeter großen Vorgärten (alles ehemalige Weihnachtsbäume). Nach einigen Jahren macht dann meist die Motorsäge dem Spuck ein Ende. Wer also ohnehin vorhat ein Nadelbaum zu pflanzen und das mit dem Weihnachtsfest verbindet - großartig, ansonsten würde ich von dieser Variante des Weihnachtsbaumes abraten. Möchte man hingegen seinen Balkon, Terrasse usw. längerfristig mit Nadelgehölzen oder Koniferen im Kübel schmücken, sollte man geeignete Pflanzen im Gartencenter oder einer Baumschule kaufen und nicht einfach ausgestochene Bäume beim Weihnachtsbaumhändler um die Ecke. Zusätzlich sollte man sich dann auch auf jährliches umtopfen mit entsprechenden Wurzel- und Kronenschnitt einstellen. ;-)

 

 

Weitere Artikel zu ähnlichem Thema:
Vogelfütterung im Winter
Winterharte Pflanzen?
Winterharte Exoten
Winterharte Kübelpflanzen
Balkonbepflanzung Herbst bis Frühjahr
Kübelpflanzen überwintern

© Copyright 2001-2013 www.blumen-garten-pflanzen.de  Alle Rechte vorbehalten.