Japanische Ahorne

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Als japanische Ahorne werden eine bestimmte Gruppe von Ahornarten/-Sorten bezeichnet deren Heimat in Ostasien liegt (Japan, China, Korea). Dazu zählen der Japanische Ahorn (Acer japonicum), der Goldahorn (Acer shirasawanum "Aureum") und der Fächerahorn (Acer palmatum) mit seinen unzähligen Sorten. Die japanischen Ahorne werden immer beliebter und gehören mit zu den Stars im Ziergehölzsortiment. Der Grund dafür dürfte ihre filigrane Erscheinung und ihr kleiner Wuchs sein. Die "Riesen" unter ihnen schaffen nach Jahrzehnten eine Höhe von 5-6 Metern, die meisten kommen aber nur auf 2 -4 Meter Höhe. Hauptzierwert sind die filigranen kleinen Blätter deren Form von fächerartig (daher der umgangssprachliche Name Fächerahorn) bis tief geschlitzt (diese Sorten werden oft als Schlitzahorn bezeichnet) reicht. Spektakulär ist die Auswahl an Blattfarben (besonders bei den Sorten von Acer palmatum) die von Gelb-, Orange-, Rot- bis zu diversen Grüntönen reicht. Auch Sorten mit mehrfarbigen panaschierten  (weisgrün, rotgrün usw.) Blättern sind erhältlich. Ein Farbiger Blattaustrieb im Frühjahr und eine feurige Herbstfärbung gibt es bei vielen Sorten als Bonus hinzu. Bei so viel Farbe spielt es keine Rolle das bei den japanischen Ahorn Blüte und Frucht recht unspektakulär ausfallen. Man muss übrigens kein Garten im japanischen Stil oder ein Gartenteich besitzen um diese wunderschönen Gehölze zu pflanzen (hier ist es ja schon fast Pflicht), japanische Ahorne passen eigentlich in jeden Garten (für jeden Gartenstil gibt es eine passende Sorte) und benötigen dabei nur wenig Platz. Da man sie auch gut in Kübel halten kann eignen sie sich auch für Terrasse und Balkon.

Standort:

Japanische Ahorne Bäume AhornartenEin gut durchlässiger, frischer, sauerer bis neutraler (PH Wert 5 - 7) Boden im halbschattigen etwas geschützten Bereich wären ideal. Ungeschütze sehr zugige Standorte, sowie Staunasse und stark verdichtete Böden sind absolut ungeeignet. Deshalb bei schweren Böden etwas Sand oder feinen Kies /Splitt einarbeiten um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen. Verdichtete Böden müssen tiefgründig gelockert werden. Bei nassen Böden muss man eine min 10 cm starke Drainageschicht im unteren Wurzelbereich einbauen. Sandige Böden werden mit etwas Torf, Kompost oder Pflanzerde verbessert. Da auch leicht alkalische Böden toleriert werden, sollte der PH Wert in den meisten Fällen keine Probleme bereiten. Wer auf Nummer sicher gehen will arbeitet etwas Torf in den Boden ein. Bei extrem basischen Böden bringt diese Maßnahme aber nur kurzfristig etwas, in diesem Fall empfehle ich eine Haltung im Kübel. Vollsonnige Standorte werden zwar vertragen, aber die heiße Mittagsonne führt bei einigen Sorten zu Verbrennungen der filigranen Blätter. Hier hilft nur eine Beschattung ( zum Beispiel durch höhere Sträucher, Bäume , Hecke usw.) oder das umpflanzen an einen geschützteren Standort.

Pflege / Düngen:

Bei ausgepflanzten Exemplaren an idealen Standorten ist der Pflegeaufwand fast gleich null. Ungünstigere Standorte werden wie oben beschrieben verbessert. Gedüngt werden muss nur an mageren Standorten und bei Kübelhaltung ein mal im Frühjahr (am besten im April) mit einem Volldünger. Dabei nicht übertreiben das es sonst zu "mastigen" Pflanzen mit langen Trieben kommt die Krankheitsanfälliger sind. Auch die Herbstfärbung und die Winterhärte leidet darunter. Gewässert wird nur bei längerer Trockenheit und bei trockenen waren Standorten. Hier hat sich das aufbringen einer Mulchschicht bewährt, um die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.

Winterhärte:

Prinzipiell sind alle japanischen Ahorne voll winterhart (Winter von -20 Grad sollten kein Problem sein), wobei es Unterschiede zwischen den Arten und Sorten gibt. Allgemein kann man sagen das das die Jungbäume etwas empfindlicher sind, aber nach ein paar Jahren immer robuster und widerstandsfähiger werden. Hat der Baum die ersten Winter gut überstanden sollte Winterhärte kein Thema mehr sein. Das gelegentlich (besonders nach sehr strengen Wintern oder bei Spätfrösten) kleine Aste erfrieren können ist normal, diese schneidet man im späten Frühjahr einfach ab, der Baum ersetzt sie ganz schnell wieder. Wichtig für ein erfolgreiches überwintern ist der Standort, staunasse und verdichtete Böden sind absolut ungeeignet (Verluste sind hier praktisch vorprogrammiert), genauso wie sehr raue zugige Standorte. Ein weiterer negativer Faktor ist zu reichliches und vor allem zu spätes Düngen, nach Ende Mai sollte nicht mehr gedüngt werden. Wer seinem Ahorn später im Jahr unbedingt noch etwas gutes tun will kann Ende August etwas Patenkali geben. Das hilft beim ausreifen des Holzes und erhöht so etwas die Winterhärte (diese Maßnahme ist aber kein Muss). Wer das hier genannte alles beachtet sollte mit der Überwinterung von ausgepflanzten japanischen Ahornen keine Probleme haben, anders sieht da Exemplaren im Kübel aus.

Japanische Ahorne im Kübel / Topf:

Japanische Ahorne eignen sich hervorragend für die Haltung in Töpfen / Kübeln und sind dabei sehr pflegeleicht (vom regelmäßigen gießen einmal abgesehen). Erfreulicherweise müssen sie nicht wie viele Kübelpflanzen alle 2 - 3 Jahre umgetopft werden, sondern die Bäume passen ihr Wachstum dem Gefäßvolumen an. Dabei kommen sie auch mit beengten Platzverhältnissen gut zurecht. Vereinfach gesagt fährt der Baum nach dem erreichen der Gefäßwand mit seinen Wurzel das Jahreswachstum herunter. Dadurch zögert sich das notwendige umtopfen um Jahre (ca. alle 5 - 6 Jahre) hinaus. So gesehen wären japanischen Ahorne die perfekten Kübelpflanzen wen da die Sache mit der Überwinterung wäre. Bei ausgepflanzten Exemplaren stellt der deutsche Winter im allgemeinen kein Problem dar (Extremstandorte einmal ausgenommen) aber bei Kübelpflanzen sieht die Sache etwas anders aus. Während der überirdische Teil der Bäume sehr robust ist, sind die Wurzeln doch recht frostempfindlich und im Winter frieren auch große Kübel durch. Bis ca. - 10 Grad ist das kein Problem, darüber hinaus wird es kritisch, deshalb sind Winterschutzmaßnahmen sehr zu empfehlen. Dazu die Kübel an einen möglichst geschützten und absonnigen Ort verrücken (Hauswand, Hecke, usw.) und mit Jutesäcken, Schaumstoff oder ähnlichen isolieren. In sehr kalten Wintern und Regionen helfen auch diese Maßnahmen oft nicht. In dem Fall empfehle ich eine Überwinterung in einem unbeheizten, dunklen Raum der nicht frostfrei sein muss (zum Beispiel Garage, Geräteschuppen, Gartenlaube, usw.). Hier sollte die Überwinterung Problemlos gelingen. Warme Räume hingegen sind als Winterquartier absolut ungeeignet.

Schnitt:

Japanische Ahorne können zwar, müssen aber nicht geschnitten werden. Geschnitten wird nur wen man eine bestimmte Form oder Größe ereichen möchte. Egal ob man nun schneidet oder nicht, erfrorene und abgestorbene Zweige sollten im jeden Fall entfernt werden, da sie die Eintrittspforte für Krankheiten sind. Idealtermin für den Schnitt ist Ende Mai bis Ende Juni, von einem späteren Schnitttermin würde ich abraten da dies zu Lasten der Winterhärte geht. Die Schnittwerkzeuge sollten sauber (eventuell mit Alkohol oder Spiritus desinfizieren) und scharf sein. Größere Schnittwunden müssen mit einem Wundverschlussmittel (Baumwachs) verschlossen werden.

Krankheiten:

Ahorn Japanisch PflegeNeben den eher selten Befall mit Schadinsekten, die sich leicht bekämpfen lassen, gibt es nur eine Krankheit die bei japanischen Ahornen für Probleme sorgen kann. Es handelt sich dabei um das so genannte Zweigsterben, eine eine Pilzkrankheit (Verticillum Pilze) die über Schnittwunden und die Wurzeln in die Leitungsbahnen der Pflanze eindringen und diese verstopfen und schädigen. Eben noch gesunde Blätter vertrocknen urplötzlich und der Zweig stirbt ab. Im Laufe der zeit wird die Komplette Pflanze befallen und sie stirbt ab. Leider gibt es keine zugelassenen Spritzmittel gegen diese Krankheit. Da der Pilz zuerst nur einzelne Triebe befällt sollte man sofort diese weit bis in das gesunde Holz zurückschneiden und diese samt den befallenen Blättern über den Hausmüll entsorgen (Achtung bitte nicht auf den Kompost geben). Anschließend die Schnittwerkzeuge gut desinfizieren (durch Abflammen oder mit Spiritus). Eine Garantie ob die Pflanze wieder vollkommen genesen wird gibt es nicht. Ist der Befall sehr stark würde ich die Pflanze komplett entsorgen und an dieser Stelle keinen neuen japanischen Ahorn setzen. Neupflanzungen sollten an einer besseren Stelle erfolgen (keine verdichteten, staunasse, schwere Böden). Wer auf Nummer sicher gehen will verbessert den Boden tiefgründig und pflanzt leicht erhöht auf eine Art Hügel (damit schließt man Staunässe aus). Um zukünftig keinen Ärger mehr mit dieser Krankheit zu haben sollte man nur gutes, gesundes Pflanzenmaterial aus einer Baumschule oder Gärtnerei seines Vertrauens verwenden. Die Bäume sollten veredelt sein, was auch der Laie an der Verdickung um unteren Stammbereich deutlich erkennen kann. So erzeugte Bäume sind zwar etwas teuer als rein durch Stecklinge erzeugte Bäume, aber dafür sind sie robuster und widerstandsfähiger gegen Krankheiten. (durch die Unterlage) Weiterhin sollte man in zukünftig nur mit sauberen Schnittwerkzeug arbeiten, die Pflanze nicht überdüngen und größere Bodenbearbeitung in der nähe des Baumes unterlassen (um die Wurzeln nicht zu beschädigen)

 

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